Neues Sicherheitsmodell: Adobe Enhanced Security

Adobe hat ein erweitertes Sicherheitsmodell für Adobe Acrobat und Adobe Reader in den Versionen 9.1 veröffentlicht. Das Sicherheitsmodell ist bisher standardmäßig nicht aktiviert. Das wird auch in Version 9.2 noch so sein, in der nächsten Version, die im Januar erscheinen wird, wird das erweiterte Sicherheitsmodell jedoch standardmäßig aktiviert.

Manche Workflows, die Web Services benutzen, sind von dieser Änderung betroffen. Das sind insbesondere solche Workflows die z.B. verschiedenen Datenquellen für die Befüllung von Formularen benutzen und diese sich auf verschiedenen Servern befinden. Diese Erweiterung nennt sich Cross Domain Security und muss für vertrauenswürdige Inhalte und Server konfiguriert werden.

Das neue Sicherheitsmodell kann in den Versionen 9.1 und 9.2 manuell aktiviert werden, um den Dokumenten-Workflow zu testen. Ab den nachfolgenden Versionen wird es dann standardmäßig aktiviert sein. Man kann das im Menü >Bearbeiten>Voreinstellungen... unter Sicherheit (erweitert) einstellen – ein Haken genügt. Bei mir war es interessanterweise auch schon in Version 9.2 als Standard gesetzt.

Sicherheit (erweitert)

Näheres zu dem neuen Sicherheitsmodell erfahren Sie hier:

Enhanced Security in Acrobat and Adobe Reader 9.x
http://learn.adobe.com/wiki/download/attachments/52658564/Acrobat_EnhancedSecurity_9.x.pdf?version=1

Cross Domain Access and Configuration
http://learn.adobe.com/wiki/download/attachments/52658564/Acrobat_CrossDomainSecurity_9.x.pdf?version=1

Enhanced Security in Adobe Acrobat 9 and Adobe Reader 9 (Updated for Adobe Acrobat and Reader 9.1)
http://www.adobe.com/devnet/reader/articles/reader_compatibility/readercomp_enhancedsecurity.pdf

Clientless SSL-VPNs hebeln Browser aus

Clientless SSL-VPNs verschiedener Hersteller verletzen die Same-origin-policy von Browsern und ermöglichen dadurch gezielte Angriffe. Das berichtet das US-CERT in einer Vulnerability Note. Betroffen sind danach bisher folgende Produkte (bestätigt):

Nicht betroffen:

Weitere Erkenntnisse über betroffene Hersteller liegen dem US-CERT derzeit nicht vor.

Situation:

Die Same-origin-policy verhindert, dass Aktive Inhalte (wie JavaSkript) von der einen Domain auf Objekte einer andere Domain zugreifen können. Clientless SSL-VPNs ermöglichen den Browser basierten Zugang zu Intranet-Seiten, ohne dass dafür ein Client zu installieren wäre. Dazu verändern jedoch einige Hersteller die URL der aufgerufenen Seite und bieten sie unter einer einheitlichen Domain an. Das ist nötig, um die Hyperlinks der Webseiten durch das VPN hindurch aufrufen zu können. Die URLs sehen dann in etwa so aus: https://<webvpnserver>/www.intranet.example.com

Problem:

Ein Angreifer kann das mit einer manipulierten Web-Seite im Intranet z.B. dazu nutzen, nicht nur die Cookies der eigenen Seite, sondern alle über das VPN ausgelieferten (und natürlich auch umgeschriebenen) Cookies. Dadurch lassen sich die VPN-Sitzung selbst und alle anderen Sitzungen, die über das VPN aufgebaut wurden unter die Kontrolle des Angreifers bringen.

Eine zweite Angriffsmöglichkeit greift weiter: Der Angreifer bietet dazu eine Seite mit einem versteckten Frame an, in dem ein Key-Logger mitläuft, der alle Tastatureingaben an die Web-Seite des Angreifers weiterleitet – praktisch.

Wirklich problematisch

Wirklich problematisch wird es allerdings, wenn der VPN-Server den Zugriff aufs Internet erlaubt, weil dann natürlich auch alle Internet-URLs ausgetauscht werden und der Angreifer die manipulierte Web-Seite nicht mehr im Intranet anbieten muss. Das hebelt auch Sicherheitsmechanismen wie die Sicherheitszonen im Internet Explorer und das Firefox add-on NoScript aus.

Was ist zu tun?

“There is no solution to this problem”, teilt das US-CERT mit.

Unter Umständen kann es unmöglich sein sicher zu arbeiten! Das US-CERT empfiehlt einige Workarounds, die helfen, das Problem zu verringern.

Umschreiben der URLs

Wenn der VPN-Server es unterstützt sollte das Umschreiben der URLs auf wenige interne Seiten beschränkt werden. Alle diese Seiten arbeiten dann unter einer Domain – weniger ist hier mehr.

Firewall Restriktionen für das VPN

Der Zugang des VPN-Servers kann durch Filterregeln auf einige wenige Domains beschränkt werden.

URL Hiding verhindern

Eine weitere Möglichkeit – die jedoch aufmerksame Nutzer voraussetzt – besteht darin, das Verstecken der Ziel-URL zu verhindern. Diese Funktion macht z.B. aus https://<vpn.example.com>/attack-site.com die URL https://<vpn.example.com>/778928801 Das hilft aber nur bei Nutzern, die die URL kontrollieren und das sind weltweit weniger als 1000 – glaube ich.

Preissteigerungen bei Auftrags-Hacking?

Auf hack-zone.biz wird die 100$-Marke für E-Mail-Accounts überschritten! Dort werden für die Zugangsdaten zu Yahoo-, MSN-, Hotmail- und AOL-Accounts 150$ verlangt. Andere POP3-Zugänge und Firmen-Accounts kosten sogar 300$. Als Erfolgsbeweis werden Screenshots der Inbox, oder der Kontakt-Liste angeboten. Die Bezahlung erfolgt bequem via WESTERN UNION, MONEYGRAM und PAYPAL.

“HackZone is the Leader of Underground BlackHat projects Outsourcing: Top Experts, Fair & Genuine Deals, Safe & Secure, Provide Original, Password, Convincing & Solid Proofs, Quick Processing”, verspricht der Website-Betreiber.

Mehr zur Cybercrime-Preisliste…

Auch die it-sa stellt Vorträge ins Netz

Auf drei Bühnen teilten Experten auf der it-sa 2009 in mehr als 180 Vorträgen ihr Fachwissen mit den 6600 Besuchern. Die Videos und Handouts  sind noch ein Jahr lang kostenfrei abrufbar (www.it-sa.de/programm):

Manuskript fertiggestellt

Am 15.06.2009 ging die erste E-Mail mit einer Buchidee an den Vieweg+Teubner-Verlag. Etwa einen Monat später war die erste Idee soweit überarbeitet, dass daraus ein ordentliches Buchkonzept geworden ist. Wieder fast zwei Monate später war die Zustimmung der Schriftenreihe <kes> da und der Vertrag konnte aufgesetzt werden – das Buch hatte schon fast 100.000 Zeichen. Ich dachte zum damaligen Zeitpunkt, das wäre ein Drittel. Weitere knapp drei Monate später war klar, das 100.000 Zeichen nur etwa ein Viertel waren.

Nach drei Monaten Schreibzeit liegt das Manuskript nun vor und umfasst 397.000 Zeichen auf 188 Seiten. Aufgelockert wird der Text duch 25 Tabellen und 60 Abbildungen. Jetzt steht erst mal das Lektorat an und ich kann mich zurücklehnen. Oder auch nicht: Die erste “Single-Auskopplung” für die <kes> ist natürlich schon geplant. Wer will kann das Buch schon beim Verlag oder bei Amazon vorbestellen.

Zeitachse

Mein Buch bei Amazon vorbestellen

Seit einigen Tagen kann mein Buch “Konfliktmanagement für Sicherheitsprofis” bei Amazon vorbestellt werden. Ein gutes Zeichen, dass sich die Manuskript-Erstellung dem Ende zuneigt und das Buch ins Lektorat gehen kann. Dann ist meine Arbeit als Autor erstmal getan und der Verlag ist am Zug.

CISO-Image: Sicherheit im Blick von oben

sicher_von_oben_infografikDietmar Pokoyski hat im dritten Teil seiner tiefenpsychologischen Studienreihe das TOP-Management auf die Couch gelegt und die Beziehungen von Entscheidern und Security-Verantwortlichen untersucht. Wie immer sehr lehrreich und amüsant.

Im Rahmen dieser Studie wurden 17 deutsche TOP-Manager zwei Stunden lang mithilfe von Tiefeninterviews auf Basis der morphologischen Wirkungsforschung zu ihrem Bild von Informationssicherheit und deren Protagonisten (CISO & Co.) befragt. Zu Wort kamen Vorstandsvorsitzende, Vorstände, Geschäftsführer und andere Entscheider. Auch die aktuelle Studie arbeitet den Einfluss der Unternehmenskultur und der Informationssicherheit auf das Image von CISO & Co. heraus.

Die Tiefeninterviews mit den Führungskräften erwiesen sich als deutlich schwieriger als die Gespräche mit den CISOs in 2008. Die Manager behalten bevorzugt die Kontrolle über die Gespräche und scheinen wesentlich interessierter an einer persönlichen Absicherung als an der Sicherheit des von Ihnen geführten Unternehmens zu sein. Nicht selten bleiben Antworten bemüht auf hohem Abstraktionsniveau – nur auf Nachfragen wird z.T. demonstrativ auf die Detailebene eingegangen. Es kam zu einer massiven Abwehr, z.B. in Form von kühlen Verabschiedungen (»Sie finden ja alleine raus.«), Abwertungen der Studie bei vorangegangener Zustimmung (»Und damit wollen Sie also Neues erklären?«) oder zu persönlichen Kränkungen der Interviewer:

“Blonde Frauen werden ja im Allgemeinen als sympathischer eingeschätzt”, äußerte sich einer der Befragten gegenüber einer dunkelhaarigen Moderatorin.

Die TOP-Manager sind stark bemüht, ihre Position zu wahren. Sie reagieren sensibel auf die spezifischen Machtmöglichkeiten der CISOs, die als Typus »Streiter der Sicherheit«, »Mahnender Kontrolleur«, »Kompetenter Sicherheits-Spezialist« oder »Selbstbewusster Vermittler« (siehe Grafik) konkreten Einfluss auf die unternehmerische Tätigkeit ausüben.

Es fiel auch auf, dass Security-Regeln von den Führungskräften selber nicht eingehalten, aber mit dem Nutzen für das Unternehmen entschuldigt wurden. Auch während der Interviews passierten immer wieder Verstöße. So wurden die Psychologen z.B. mit internen, nicht weggeräumten Informationen aus Vormeetings konfrontiert oder sollten unbegleitet zum Ausgang finden. Eine Moderatorin stolperte beim Gang auf die Toilette über einen Schlüsselbund samt USB-Stick.

“Die Ergebnisse sind deutlich: CISOs werden von der Geschäftsführung nicht gemocht. Entweder sie sind nicht kommunikativ genug, verstehen das Business nicht, oder sie sind zu mächtig”, sagt Sachar Paulus von paulus.consult und Professor für Unternehmenssicherheit und Risikomanagement an der Fachhochschule Brandenburg. Paulus weiter: “Dies bestätigt meine persönliche Erfahrung und stellt die Erkenntnisse auf fundierte, empirisch belegte Ergebnisse. Nun ist zu überlegen, wie man die Situation verbessern kann. Eine zielgerichtete Ausbildung der Sicherheits-Fachleute ist sicherlich ein wichtiges Element.”

Der Studienband (54 S.) ist über known_sense (sense(at)known-sense.de) oder über den Secumedia-Buchshop (http://buchshop.secumedia.de) zum Preis von Euro 380,00 (-Abonnenten Euro 290,00) zu beziehen. Die Summary ist online frei verfügbar.

Weitere Informationen und Bildmaterial auf Anfrage oder zum Download hier:

Studien Summary (11 S., PDF, 72 dpi, 1,3 MB):
http://www.known-sense.de/ciso/sicher_von_oben_summary_72dpi.pdf

Abbildung Cover Berichtsband (JPG, 0,5 MB)
http://www.known-sense.de/ciso/sicher_von_oben_cover.jpg

Abbildung Infografik CISO-Typologie (JPG, 0,4 MB)
http://www.known-sense.de/ciso/sicher_von_oben_infografik.jpg

Auszug CISO-Vorgängerstudie (Selbstbild CISOs) von 2008 (10 S., PDF, 72 dpi, 1,9 MB):
http://www.known-sense.de/ciso/securitystudie_auszug.pdf

Secure SMS via Online-Banking

Heise Security berichtet über verdächtige 1-Cent Überweisungen, die es möglicherweise gegeben hat und vor denen aktuell gewarnt wird, zum Beispiel durch die Polizeidirektion in Gotha. Gesehen hat die Überweisungen bisher jedoch keiner.

Der Pressesprecher der Sparkasse Hannover teilte Heise Security  eher am Rande dieses Falls mit, dass es bei seinem Institut tatsächlich ein paar 1-Cent-Überweisungen gegeben hätte: Offensichtlich, um so im Feld für den Verwendungszweck Mitteilungen zu versenden.

Das ist natürlich auch mal eine Idee um SMS-Nachrichten zuzustellen.

Information Leakage durch selbst erstellte PDF-Dateien

PDF-Dateien sind ein Segen und ein Fluch zugleich. Für diejenigen, die mit PDF-Dateien arbeiten sind sie eine echte Erleichterung, während sie immer wieder mit Sicherheitsproblemen behaftet sind, die bei diesen nicht im Vordergrund der Betrachtung stehen. Aktuell wurden einige Beispiele bekannt, wie durch selbst erstellte PDF-Dateien Informationen abfließen können, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Internet Explorer

Das Problem in diesem Fall ist, dass PDF-Dateien, die aus dem Internet Explorer heraus ausgedruckt werden, als Meta-Daten den Dateipfad enthalten. Dieses  Verhalten betrifft alle Versionen bis IE 8. Egal ist dabei, mit welchem PDF-Drucker das Dokument erstellt wird. Das betrifft auch über das Kontext-Menü des Explorers direkt ausgedruckte Dateien, die über den Internet Explorer ausgedruckt werden.

Das Problem besteht darin, dass sich dieses Verhalten nicht deaktivieren lässt, da der Dateipfad in den Quelltext des PDF-Dokuments eingebettet wird. Man kann ihn finden, wenn man die PDF-Datei in einem Text-Editor öffnet und nach dem String file:// sucht.

Details finden Sie unter Millions of PDF invisibly embedded with your internal disk paths.

Power Point

PowerPoint merkt sich bei eingefügten Grafiken, aus welcher Quelle sie stammten und legt diese Information als Tool-Tipp zu den Grafiken in den PDF-Dateien ab. Peinlich, wenn der Verzeichnispfad der Grafiken in einem Projektbericht durchblicken lässt, dass die Arbeitsergebnisse keine neuen Erkenntnisse sind, sondern aus einem anderen Projekt kopiert wurden.

Details finden Sie unter PowerPoint-PDFs zeigen interne Informationen an

Word

Mir selbst ist das bei den Dateinamen von eingebetteten Grafiken in meinem Buch-Manuskript aufgefallen. Die Dateinamen sind teilweise “sehr informell” und nur für den internen Gebrauch. Word erstellt jedoch PDF-Dateien, die den Dateinamen als Tool-Tipp zur Grafik anzeigen – genau wie Power-Point. Stellen Sie sich vor, Sie erstellen eine Firmenpräsentation und beim Bild vom Geschäftsführer erscheint ein Tool-Tipp: “Der Alte nach dem Lifting.jpg”!

Abhilfe

Für den Internet-Explorer gibt es derzeit keine Abhilfe: Also Vorsicht bei den Dateipfaden und Namen oder einen anderen Browser verwenden.

Für die Office-Produkte muss man bei den Speicheroptionen zwei Felder unter der Überschrift “Nicht druckbare Informationen einschließen” deaktivieren: “Dokumenteigenschaften” und “Dokumentstrukturtipps für Eingabehilfen”. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da Office sich diese Einstellungen nicht merkt.

Ja is denn heut scho Weihnachten? DEF CON 17 Videos sind online

Seit dem 11.13.2009 stehen die Vorträge der DEF CON 17 als Video- und Audio-Mitschnitte zum Download bereit. Die Downloads sind verfügbar über die DEF CON 17 Archiv Seite. Die Dateien werden auch über den iTunes-Store oder die folgenden RSS-Feeds bereitgestellt:

  • Redner und Folien
    (enthält Videos von den Rednern und den Folien)
  • Folien
    (enthält Videos von den Folien mit Audiomitschnitten)
  • Audio
    (enthält nur die Audiomitschnitte)