In 6, 5, 4, 3, 2 Tagen Morgen ist es wieder soweit und die Alpha-Version des neuen Ubuntu-Linux steht zum Download bereit. Die Version 9.10 preist sich diesmal unter dem Namen Karmic Koala an, was soviel heißt wie Karma Koala, ähnlich wie das Karma Chameleon von Culture Club. Was auch immer uns das sagen soll – es steht bestimmt irgendwo im Ubuntu-Wiki… Vielleicht wird der Karmic Koala als Feisty Fawn wiedergeboren, wenn er zu viele Bugs hat – wer weiß das schon. Eigentlich ist die Wiedergeburt in der Version 10.04 als Lucid Lynx schon beschlossene Sache und eigentlich wollte ich ja über die Security-Neuerungen schreiben:
Update von 9.04 auf dem Desktop
Das Upgrade von 9.04 nach 9.10 läuft über das Kommando “update-manager -d“. Der Update-Manager sollte dann verkünden, dass eine neue Version vorliegt. Danach einfach den Bildschirmanweisungen folgen.
GNOME-Desktop
Es gibt jetzt ein AppArmor-Profil für den GNOME Dokumenten-Viewer. Das Profil bietet zusätzlichen Schutz vor Angriffen mit PDF- und Bild-Dateien. Wer sich ein eigenes home-Verzeichnis angelegt hat, muss dieses in /etc/apparmor.d/tunables/home eintragen. Tipps dazu gibt es hier: Adjusting Tunables
Ubuntu One
Mit Ubuntu One kommt per default eine Personal-Cloud mit auf den Desktop – wer es braucht, möge sich seine Sicherheitsanalyse dafür selbst zurechtbiegen
ext4-Dateisystem
Mit an Bord auch das ext4-Dateisystem, dass seine volle Funktionalität allerdings nicht via Update erreicht.
AppArmor-Profile
AppArmor Profile sind standardmäßig für ntpd, den Dokumentenbetrachter evince (s.o.) und libvirt aktiviert. Ein Profil für Firefox gibt es auch, es muss aber mittels: “sudo aa-enforce /etc/apparmor.d/usr.bin.firefox-3.5” aktiviert werden. Deaktiviert wird es wieder mit: “sudo apparmor_parser -R /etc/apparmor.d/usr.bin.firefox-3.5” und danach “sudo ln -s /etc/apparmor.d/usr.bin.firefox-3.5 /etc/apparmor.d/disable/usr.bin.firefox-3.5“. Voraussetzung ist natürlich, das man Firefox 3.5 nutzt. Mit dem Libvirt-Profil für Virtuelle Maschinen habe ich mich leider noch nicht befasst. Ist aber sicher interessant.
Eine Liste mit allen Profilen findet man hier: SecurityTeam/KnowledgeBase.
ufw – Uncomplicated Firewall
Die Liste der verfügbaren Funktionalitäten für die ufw wurde erneut erweitert. Damit stehen in der unkomplizierten Firewall immer mehr kompliziete Funktionalitäten zur Verfügung, weshalb man auch die Dokumentation verbessert hat…
Non-eXecutable Emulation
Moderne CPUs schützen vor unerlaubter Ausführung von Code im Heap oder Stack. Das muss jedoch vom Kernel unterstützt werden. Bisher gab es das nur für 64-bit Kernels und Server-Kernels. In Ubuntu 9.10 gibt es jetzt eine Software-Emulation für 32-bit Kernels. Diese sog. non-eXecutable (NX) memory protection blockiert viele Exploits, die gezielt Heap- oder Stack-Speicherbereiche angreifen.
Blocking Module Loading
Mit der Blockierung, weitere Kernel-Module nach dem Booten nachzuladen, gibt es eine weitere Möglichkeit sich vor Kernel-Rootkits zu schützen.
Position-Independent Executables
Weitere Anwendungen wurden als Position-Independent Executables (PIE) kompiliert. PIE-Anwendungen nutzen die Address Space Layout Randomisation (ASLR) des Kernels und sind weniger anfällig für Exploits, die den Programmfluss im Speicher manipulieren.
Eine ganze Menge Neuerungen also, die das Entwicklertem ankündigt. Viel Spaß damit