Am 29. und 30.09. fand die secAware – 2nd International Workference of Security Awareness in Frankfurt am Main statt. Durch die Veranstaltung führten Birgitte Baardseth (isits) und Marcus Beyer (ISPIN).
Tag 1:
Das Programm begann mit der Key-Note “Der (un)aufmerksame Mensch” des Schweizer Publizisten Dr. Stephan Wehowsky, der sich dem Thema von der eher philosophischen Seite näherte und sich dabei Modellen wie dem des homo ludens bediente. Ausgehend vom Kampf um Menschenbilder und dem Dauerstreit der Kulturen zeigte er den Weg auf, den die Veranstaltung die folgenden beiden Tage nehmen würde: Security Awareness beschäftigt sich mehr mit Menschen und weniger mit Technik.
Nach der weit gefassten Key-Note widmeten sich die nächsten drei Vorträge der Praxis. Andreas Kirsch und Andreas Schnitzer stellen das Sensibilisierungskonzept der Sparkasse Witten vor, gefolgt von den Erfahrungen mit elektronischen Moderationskarten, die Dr. Christoph Schog von T-Systems vorstellte. Im dritten Vortrag berichtete schließlich Margit Karrer über eine international angelegte Awareness-Kampagne der Swiss Re, bevor die Teilnehmer der “Work”-ference sich in zwei Workshops selbst versuchen konnten. Bei Dietmar Pokoyski (known_sense) und Michael Helisch (HECOM) stand die Umsetzung von Awareness-Maßnahmen im Vordergrund, während sich der Workshop von Marcus Beyer (ISPIN) mit der zugehörigen Erfolgsmessung auseinandersetzte.
Zum Ausklang des Tages stellte Kathrin Prantner zusammen mit Christian Molterer die Virtual Training Company der E-SEC vor – eine Softwarelösung mit der Mitarbeiter richtiges und sicheres Verhalten in einem virtuellen Unternehmen ganz konkret einstudieren können.
Tag 2:
Bevor auch am zweiten Tag einige interessante Praxisberichte anstanden, wurden die Workshop-Ergebnisse vorgestellt und Ivona Matas führte danach in die psychologischen Aspekte der Security Awareness ein: “Das Problem liegt zwischen den Ohren der Mitarbeiter” – bereits der Vortragstitel sprach sicher einigen Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus der Seele.
Anschließend berichtete Markus Steinkamp (Deutsche Börse) von Gefahren und Chancen im Web 2.0: Gefahren für Mitarbeiter und Chancen für unangenehme Zeitgenossen wie Stalker, Phisher und Co. Wo der Begriff der Gefahren fällt, sind die Risiken meist nicht weit: Haiko Sobbe referierte im Anschluss über die Zusammenhänge zwischen Security Awareness und Risikomanagement und brachte dabei seine Erfahrungen als IT-Sicherheits- und Datenschutzbeauftragter des Klinikums Dortmund mit in den Vortrag ein.
Große Beachtung fanden schließlich die beiden Vorträge von Gerhard T. Meier (BIOTRONIC) und Thomas Dallmann (CYTEC), die die Avatare ihrer aktuellen Awareness Kampagnen vorstellten. Während bei BIOTRONIC Dr. SAFE mit den Mitarbeitern “gemeinsam für mehr Sicherheit” kämpft, begibt sich bei CYTEC das sprechende Fass Cybarry auf die “Expedition Security”. Beide Referenten erreichten mit ihren Kampagnen nicht nur beim Konferenzpublikum sondern vor allem bei Mitarbeitern und Management beachtliche Erfolge.
Zuletzt lag es an mir, den Bogen zur Key-Note zu spannen und die Veranstaltung inhaltlich zusammenzufassen. Mein Thema “Sicherheitsziele kommunizieren” bot dafür genau den richtigen Rahmen. Mit den von mir vorgestellten Ansätzen – die größtenteils meinem Buch “Konfliktmanagement für Sicherheitsprofis” entstammten – konnte ich immer wieder Anknüpfungspunkte zu den Vorträgen und Praxisberichten finden. Aus meiner Sicht konnte ich jedenfalls festhalten, dass es sich gelohnt hat, den Weg nach Frankfurt anzutreten, um an der 2. secAware teilzunehmen.
(Die Links auf den Namen verweisen jeweils auf die XING-Profile der Referenten. Mein XING-Profil finden Sie hier.)