Auflistung aller Beiträge aus der Kategorie

Szene

Jetzt auch mobil vom Handy oder Smartphone

“Klipper on Security” ist ab heute auch mit einer an Handys und Smartphones angepassten Oberfläche zu erreichen. So können Sie auch in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit noch die neuesten Beiträge lesen, ohne dabei die Bandbreite ihrer mobilen Internetverbindung unnötig zu belasten. Die Startseite oder ein normaler Artikel sollte nicht mehr als 150KB verbrauchen. Mit meinem Nokia funktioniert das wunderbar.

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Alles nur ein Hoax? Firefox 3.6 Schwachstelle

Begonnen hat alles mit einem Eintrag im IMMUNITY-Forum. Evgeny Legerov hatte dort gepostet, dass es ein neues, kommerzielles Exploit für Firefox 3.6 gibt. Laut Forum am 01.02.2010. Am 03.02.2010 postete Mario23:

“Ich habe mir VulnDisco 9.0 gekauft und das FireFox 0-day-exploit getestet. Es hat NICHT (!!!) funktioniert…”*

Seine Vermutung war, dass es sich um einen Hoax handele, dem auch Secunia in einem Advisory aufgesessen sei. Das Advisory datiert aber auf den 18.02.2010. Die Daten aus dem zitierten Forum können also nicht ganz stimmen.

Mehr substantielles hat man von dem Exploit bisher nicht gehört. Zunächst hatten verschiedene Webseiten berichtet, dass es eine neue Schwachstelle gibt, vor der man sich hüten solle. Jetzt taucht gehäuft der Begriff Hoax auf. Auch im Mozilla Security Blog wird die Schwachstelle bisher nicht bestätigt und der Verdacht, es könne sich um eine Falschmeldung handeln, wurde im IMMUNITY-Forum bereits zwei Tage nach dem ersten Posting geäußert. Aber auch dieser Verdacht ist noch nicht bestätigt. Ist also der Hoax-Verdacht auch nur ein Hoax? Die große Frage lautet im Moment: Wer “hoaxt” hier wen?

Klar: Unseriöse Käufer des Exploits berichten nicht, ob sie damit erfolgreich waren und seriöse Leute kaufen das Exploit nicht. Soweit ich das sehe, gibt es bisher nur das Forum und einen Twitter-Account als Quellen. Beide Male postete Evgeny Legerov. So unklar können Schwachstellen sein. Secunia CSO Thomas Kristensen hatte mir jedenfalls mitgeteilt, dass “Schwachstellen von dieser Firma / Person bisher verlässlich waren”*.

* Keine offiziellen Übersetzungen aus dem Englischen. Die Original-Zitate finden Sie über die angegebenen Links oder in der englischen Version.

Google Street View: Zugeständnisse an Deutschland

Man kann Widerspruch gegen eine Veröffentlichung einlegen und das sogar vor der Veröffentlichung. So lautet die Zusammenfassung der Eingeständnisse, die Google nur innerhalb Deutschlands macht.Das Verbraucherschutzministerium ist so nett, und stellt einen Musterbrief zum Download bereit. Der Text für eine E-Mail sieht folgendermaßen aus:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerspreche ich der Speicherung und Veröffentlichung von Abbildungen meines/des von mir bewohnten Hauses durch den Internetdienst Google Street View.

Es handelt sich um die Liegenschaft:
Straße, Hausnummer in PLZ Ortsname

Nähere Beschreibung des Objektes:

Um die Bestätigung des Eingangs und Berücksichtigung meines Widerspruchs wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen

Wenn man die Mail an streetview-deutschland@google.com verschickt hat, bekommt man prompt eine Antwort:

Sehr geehrte Dame,
sehr geehrter Herr!

Wir bestätigen den Eingang Ihres Widerspruches in Bezug auf Google Maps StreetView.

Google ist im Moment dabei, Bilder für StreetView in Deutschland aufzunehmen; bisher wurden diese Bilder jedoch noch nicht  veröffentlicht. Wenn Sie mehr Informationen über StreetView erhalten möchten, besuchen Sie bitte die Internetadresse http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/. Dort informieren wir Sie unter anderem über die von uns eingesetzten Maßnahmen zum Schutz Ihrer Persönlichkeitsrechte (wie z.B. die automatische Unkenntlichmachung von Gesichtern und Nummernschildern) sowie die faszinierenden Möglichkeiten, wie Sie und andere Nutzer in Ihrem täglichen Leben von dem Dienst profitieren können.

Wir entwickeln derzeit Mittel, welche es Ihnen vor der Veröffentlichung von StreetView-Bildern aus Deutschland ermöglichen werden, Google noch genauer über den Gegenstand Ihres Widerspruchs zu unterrichten. Dies betrifft insbesondere Mittel, mit denen Sie uns helfen können, das Gebäude oder Grundstück, auf welches sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlicher zu identifizieren. Wir werden uns diesbezüglich so bald wie möglich erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Google Maps Team
Google Inc.
1600 Amphitheatre Parkway,
Mountain View, CA 94043, USA

Das Ministerium veröffentlichte dazu einen Artikel und auch in der Berliner Morgenpost findet sich ein Beitrag. Ich bin schon sehr gespannt, ob das funktioniert. Wenn Sie den folgenden Link benutzen, ist die Mail bereits vorgeschrieben: streetview-deutschland@google.com

ARD Radio-Feature zur Internet-Kriminalität

Die ARD stellt auf ihren Webseiten ein Radio-Feature zur Internet-Kriminalität zum Download bereit. Zu Beginn wird das Online-Banking damit verglichen, dass die Bank das Geld ihrer Kunden in verschnürten Pappschachteln auf die Straße stellt. Das lässt keinen fachlichen Tiefgang erahnen.

In der Tat richtet sich das Feature eher an Laien: “Sicherheit ist weitgehend Privatsache. (…) Weil Sicherheit bei jedem einzelnen Rechner-Benutzer und Internet-Surfer beginnt. Weil die technischen Entwicklungen sehr schnell sind.”

Nachdem die ersten paar Minuten recht schleppend verlaufen wird es interessant, als es um den selbstständigen Internet-Provider “Dimitri” und den Phisher “Gen” geht. Gen hatte Dimitri als Hoster für Phishing-Seiten gewonnen. Als Dimitri gemerkt hat, was er da macht war es bereits zu spät – am Ende landete er vor Gericht und sein Hosting-Unternehmen war damit erledigt.

Vielleicht sollte man den Link an den einen oder anderen Freund, Verwandten oder Kollegen schicken.Das wäre mal eine Rundmail, die von der Arbeit abhält und die Sicherheit erhöht – die IT-Sicherheitsbeauftragten sind bestimmt einverstanden. ;-)

Zugangserschwerungsgesetz tritt morgen in Kraft

Am 23.02.2010 tritt das Zugangserschwerungsgesetz in Kraft, das das BKA anweist, ab morgen täglich eine Liste der zu sperrenden kinderpornografischen Seiten erstellt und die Internetprovider die Sperrung für ihre Kunden binnen sechs Stunden umsetzen. Wie ich aber bereits in meinem Beitrag ZensUrsula passé geschrieben hatte wird das Gesetz nicht umgesetzt. Die taz berichtet, das Innenministerium habe diesbezüglich eine Anweisung erlassen, die das Gesetzt aussetzt. Rechtsstaatlich auch nicht gerade das Gelbe vom Ei!

Fast 2500 Unternehmen von Kneber-Botnet befallen

Sicherheitsexperten der Firma NetWitness haben ermittelt, dass ein einzelnes ZeuS-Botnet (Das Kneber-Botnet) mehr als 74.000 Computer von 2500 Firmen zu Spionage-Zombies gemacht hat. Sie fanden ebenfalls heraus, das 50% der infizierten Maschinen in diesem Fall auf Waledac-Funktionalitäten zurückgreifen. The Register hatte darüber berichtet. NetWitness beobachtet dieses Botnet seit 18 Monaten. Hauptziel der Angriffe sind dabei vertrauliche Informationen von Firmen und Regierungseinrichtungen und deren E-Mail- und Login-Passwörter.

Viele der betroffenen Firmen gehörten zu den Fortune 500 der Finanz-, Energie und Technologie-Branche.

“Das Botnet ist immer noch aktiv und wird auch weiterhin mit krimineller Energie gemanagt”, sagte NetWitness CTO Tim Belcher gegenüber The Register. “Im letzten Monat haben wir beobachtet, wie die Opfer ein halbes Duzend Mal nach unterschiedlichen Informationen durchsucht wurden.”*

Belcher sagte, dass für den Angriff Server in Deutschland und den Niederlanden verwendet werden, während die Domains in den meisten Fällen in China registriert seien. The Wall Street Journal berichtete, das Firmen wie der Pharma-Riese Merck der Gesundheitsdienstleister von den Angriffen bedroht seien. Beide hätten die Angriffe gegenüber der Zeitung bestätigt. Nach nicht genannten Quellen zählten zusätzlich die Firmen Paramount Pictures und Juniper Networks zu den Opfern.

“Die Untersuchungsergebnisse sind die neuesten aus einer Reihe, die infrage stellen, ob die Fortune 500 Unternehmen und Regierungseinrichtungen in der Lage sind, ihre Netzwerke gegenüber immer mehr gut-finanzierte Hacker abzusichern, die von Staaten und kriminellen Vereinigungen unterstützt werden.” So lautet das Fazit des Artikels von The Register. Und Belcher wird abschließend zitiert: “Das sagt mir, dass unser Security-Ansatz auf ganzer Linie versagt.”*

Nach der Berichterstattung in den letzten Tagen hatten die Verantwortlichen bei NetWitness jedoch einige Punkte klarzustellen. Zunächst wiesen sie in ihrem Blog darauf hin, das Kneber kein synonym für ZeuS sei. ZeuS sei nur ein Tool, mit dem man Botnets aufbauen und steuern kann. Es gibt also eigentlich kein Botnet mit dem Namen “ZeuS Botnet”.

“Wenn wir von Bedrohungen sprechen, dann beziehen wir uns weniger auf die benutzten Tools als auf die Organisation, die dahinter steht”, schreiben Tim Belcher und Alex Cox.*

Weiterhin reagieren sie in dem Posting auf ein Symantec-Zitat, dass von The Guardian, KrebsOnSecurity und anderen berichtet wurde:

“Dieses Zitat ist besonders problematisch, weil es die Bedrohung scheinbar bestreitet und verwirft. Darüber hinaus konnten Symantec-Scanner diese Botnet-Variante bei der Analyse Ende Januar noch nicht erkennen (verschiedene Versionen wurden getestet). Der Fairness halber muss gesagt werden, dass McAfee, Trend Micro, AVG und die meisten anderen verbreiteten Anti-Viren-Scanner ebenfalls bei der Erkennung scheiterten. In den letzten drei Wochen hat Symantec die Signaturen aktualisiert, so dass diese Variante als “Trojanisches Pferd” erkannt wird.”*

* Keine offiziellen Übersetzungen aus dem Englischen. Die Original-Zitate finden Sie über die angegebenen Links oder in der englischen Version.

Schule soll Schüler zu Hause über deren Webcams ausspioniert haben

Was es in Amerika gibt, gibt es in Deutschland bekanntlich spätestens 10 Jahre später. Und die Zeiten werden schnelllebiger…

DerStandard berichtet von einem Vorfall, bei dem Schüler über deren Laptops ausspioniert worden sein sollen. Von den Lehrern der Schule! Aufgeflogen ist das Ganze, weil der Vizedirektor einen Schüler mit einer Aufnahme konfrontierte, die über die Webcam dessen Notebooks aufgenommen wurde: Er warf ihm “ungebührliches Verhalten zu Hause” vor.

Originalartikel unter: US-Schule soll Schüler zu Hause über Webcams ausspioniert haben

Weitere Kommerzialisierung mit Firefox Schwachstelle

Der Sicherheitsdienstleister Secunia hat vor zwei Tagen ein Advisory herausgegeben. Ganz normale Geschichte eigentlich. Das Advisory trägt den Namen “Mozilla Firefox Unspecified Code Execution Vulnerability”. Unspecified? Warum das? Sonst ist Secunia wirklich gut informiert. Warum diesmal nicht?

“Die Schwachstelle hängt mit einem nicht genau bekannten Fehler zusammen und kann ausgenutzt werden um bösartigen Code einzuschleusen. Die Schwachstelle wurde für Version 3.6 bekannt gegeben. Andere Versionen könnten aber auch betroffen sein”, heißt es in dem Advisory.

Das Advisory verweist auf einen Forumsbeitrag, der von einem Update für die Exploitation-Software VulnDisco 9.0 berichtet. Update meint hier jedoch “neues Exploit” – nicht neues Patch ;-) Der Beitrag spricht von zwei 0-Day-Exploits: Eins für Firefox 3.6 und eins für Lotus Notes, jeweils für XP und Vista Plattformen. Die Exploits kann man auf der Website von VulnDisco käuflich erwerben – Preis auf Anfrage. Das ist eigentlich das erste Mal, dass ich einen so “offenherzigen” Umgang mit dem Verkauf von Exploits erlebe. Die Kommerzialisierung der Hacker schreitet also weiter voran…

Blödsinnige Passwortbewertung

Seltener eine blödsinnigere Passwortbewertung gesehen als die des CXO-Magazins. Das Magazin beruft sich in einer Infografik zu einem en Bericht über sichere Passwörter auf die Bewertungen der Gmail Password Strenght Meter und bewertet darin Passwörter wie enzoferrari, ggecko und ncc1701 als “gute” Passwörter und deathknight55 wird gar als “starkes” Passwort bewertet. Na dann viel Glück.

Wieder Schwachstellen bei Adobe

Diesmal hat ein israelischer Blogger (Aviv Raff) über eine Schwachstelle berichtet, die es über einer manipulierten Website und den Adobe Download Manager erlaubt, beliebige Software auf einem Windows-Rechner zu installieren. Die Schwachstelle wurde bereits im Adobe PSIRT-Blog bestätigt. Ein Security Bulletin gibt es aktuell noch nicht.