Einst schickte König Karl seinen Boten zu König Otto um diesem den Krieg zu erklären. Als König Otto die Kriegserklärung aus dem Mund des Boten hörte, war er so erbost, dass er den Boten kurzerhand in den Kerker werfen ließ. Am liebsten hätte er ihn an Ort und stelle geköpft. Pech für den Boten.
Dieses Bild vom glücklosen Boten taucht einem stets vorm inneren Auge auf, wenn jemand für das Verkünden einer schlechten Nachricht verteufelt wird. Bei Sicherheitsexperten geht das mittlerweile so weit, dass man ihnen droht, sie ins Gefängnis zu werfen – ganz wie bei König Karl und König Otto.
Heise berichtet davon, dass der Italiener Raoul Chiesa einen Vortrag über die Sicherheit von Bankautomaten auf der Sicherheitskonferenz Hack In The Box zurückziehen musste. Er wollte in seinem Vortrag “The Underground Economy” darlegen, wie Kriminelle mit Sicherheitslücken in Bankautomaten Geld ergaunern. Offenbar hatte er zuvor die Hersteller informiert. Statt jedoch die Schwachstellen in den Automaten zu schließen, wurde Chiesa mit einer Festnahme gedroht.
Wie schon gesagt: Pech für den Boten.

Technik allein ist angesichts der modernen Lebens- und Arbeitswelt mit ihrem immer freieren und unvorhersagbaren Kommunikationsverhalten zunehmend machtlos. Der Anwender muss einen Teil der Verantwortung selber tragen, aber dazu fehlt ihm heute meist noch das Wissen und Können. Mit dieser Herausforderung setzen sich Security-Awareness-Programme auseinander. Auf der
