Auf der diesjährigen Defcon hat Chris Paget einen selbst gebauten IMSI-Catcher zum Belauschen von GSM-Netzen vorgestellt, dessen Wert bei etwa 1500€ liegt. Das System besteht aus einer programmierbaren Funkstation (USRP, Universal Software Radio Peripheral) und der Open-Source-Software OpenBTS. Damit ist es jetzt auch für Angreifer mit beschränktem Budget möglich, sich auf sehr einfache Art zwischen Mobilfunkanbieter und Handy zu setzen, um Telefonate abzuhören.
Nach Angaben von Heise sähe der GSM-Standard zwar vor, dass Handys bei unverschlüsselten Verbindungen eine Warnung anzeigen, die deutschen Netzbetreiber würden jedoch auf Nachfrage auch nach längerer Recherche nichts zu dieser Option zu sagen wissen.
Chris Paget gab an, dass die Netze in einigen Ländern nicht codiert werden dürfen. Wäre die Warn-Funktion dort aktiviert, würde bei jedem Wechsel der Funkzelle eine Meldung auf dem Display erscheinen. Jedenfalls für Deutschland ist das keine adäquate Erklärung. Ansonsten könne nur der konsequente Umstieg auf UMTS Schluss mit dem Lauschangriff machen, was Chris Paget aber in absehbarer Zeit für ausgeschlossen halte. Das sehe ich allerdings anders, weil das bei meinem Nokia N97 in zwei Sekunden möglich ist:
Menü - Einstellungen - Verbindungen - Netz - Netzmodus: UMTS
Damit meldet sich das Handy nicht mehr an GSM-Netzen an und nutzt ausschließlich UMTS Sendeanlagen. So hält man in jedem Fall neugierige Nachbarn und die Konkurrenz aus den Telefongesprächen raus, wenn diese in einen IMSI-Catcher investiert haben. Gerade in Großstädten – aber auch in vielen anderen Gegenden – ist das nicht einmal mit Einbußen beim Empfang verbunden.
Wenn Sie sich jedoch die Frage stellen, wie Sie Mitarbeiter und Führungskräfte dazu bringen sollen, zwei Sekunden in die Sicherheit ihrer Telefongespräche zu investieren, dann könnte es sein, dass es darauf keine Antwort gibt. Aber wer weiß…