Hacks, Exploits, Ortungsdaten und Kidnapping

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Gehackte Websites, trickreiche Exploits, Wirbel um iPhone Ortungsdaten und zu allem Überfluss die Entführung des Sohns von Kaspersky-Gründer Eugene Kaspersky. Der Reihe nach:

Die Woche begann turbulent: Mal wieder tauchten Dokumente auf, in denen geheime Informationen nicht richtig geschwärzt waren. Dieses Mal veröffentlichte das britische Militär unbeabsichtigt brisante Details über Atom-U-Boote (heise Security). Die Textstellen waren in dem veröffentlichten PDF-Dokument zwar geschwärzt, es handelte sich jedoch nicht um schwarze Balken sondern um schwarzen Text auf schwarzem Grund. Kopiert man den Text in die Zwischenablage und in ein anderes Textverarbeitungsprogramm, so kann man ihn natürlich ohne Probleme lesen.

Nachdem in den letzten Monaten einige bekannte Firmen Opfer von gezielten Angriffen wurden, traf es nun den Softwarehersteller Ashampoo. Bei dem Angriff gingen Namen und E-Mail-Adressen von Kunden verloren. Zahlungsinformation wie Kreditkarteninformationen oder Bankdaten seien nicht von dem Angriff betroffen gewesen. Dass über diesen eher geringfügigen Vorfall in der Presse berichtet wurde, zeigt, dass die Awareness für gezielte Angriffe in diesem Jahr deutlich gestiegen ist. Heise online zeigt in seiner Berichterstattung mehrere Angriffsszenarien auf, wie mit den gewonnenen Informationen weitere Angriffe durchgeführt werden können.

Am selben Tag berichtete der Onlinedienst über einen Angriff via Drive-by-Download auf der Webseite der Menschenrechtsorganisation Amnesty. Dabei wurde eine Schwachstelle in Adobe Flash ausgenutzt. Das raffinierte an dem Angriff war, dass der Angriff die Heuristiken von insgesamt 42 Virenscannern austrickste. Die Schatzsoftware wurde zunächst als vorgebliche JavaScript-Datei heruntergeladen. Der Versuch des Browsers die Software auszuführen schlug natürlich fehlt, da es sich nicht um JavaScript handelte. Im Folgenden konnte das Programm jedoch im Cache des Rechners aufgerufen werden, was von den Antivirenprogrammen nicht mehr als verdächtige Aktion bewertet wurde. Diese wäre nur misstrauisch geworden, wenn die Software direkt aus dem Internet heruntergeladen worden wäre. Die Sicherheitsfirma Armorize stellt in ihrem Blog weitere Informationen zur Verfügung.

Für einigen Wirbel sorgte dann die Berichterstattung über die Aufzeichnung von Ortungsdaten im iPhone. Heise hat in einem Artikel eine ganze Reihe von Quellen zusammengetragen, die den Hype in diesem Zusammenhang in einem interessanten Licht erscheinen lassen. Nicht nur Onlinequellen berichteten bereits im September letzten Jahres von der Datensammlung, die betroffene Datenbank wurde bereits in einem Buch erwähnt – alter Wein in neuen Schläuchen.

Zuletzt wurde dann bekannt, dass der Sohn von Kaspersky CEO Eugene Kaspersky gekidnappt worden sei. Auch wenn die Berichte von offizieller Seite nicht bestätigt wurden, berichtete The Register von einer Lösegeldforderung in Höhe von 3 Millionen Euro. Alles in allem also eine wirklich turbulente Woche. Hoffen wir auf ein ruhigeres Osterwochenende und ein gutes Ende der Entführung.

 

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