Die Blackberry Crux
Eigentlich hat die Welt nur auf ein Fallbeispiel gewartet das zeigt, dass die Sicherheit eines Produkts zu Lasten des Herstellers geht. Der Libanon, die Arabische Emirate, Indien und Saudi-Arabien wollen den Blackberry-Hersteller RIM nun zwingen, alle verschlüsselten Anwendungen zu stoppen, um den Regierungen Einblicke in die Kommunikation der Blackberry-Kunden zu geben. Hat sich RIM also mit der (vermeintlichen) Sicherheit seines Produkts selbst ein Bein gestellt? Das ist zumindest die Meinung der WELT:
Blackberry-Kaufargument wird zum Boomerang:
Blackberry-Handys sollen besonders abhörsicher sein. Doch das stört viele Regierungen – und kommt Hersteller RIM nun teuer zu stehen.
Weniger Marktanteile wegen der hohen Sicherheit? Ganz so klar scheint der Fall jedoch nicht zu sein. Die FAZ schließt ihren Artikel zum Thema mit den Worten:
Sollte das Sicherheitsargument wegfallen, könnte RIM weitere Marktanteile verlieren.
Weniger Marktanteile also wegen der weggefallenen Sicherheit? So wie es aussieht kann RIM ja nur verlieren.
Die Bundesregierung hatte sich bereits vor dem ganzen Ärger mit den Regierungen gegen die Nutzung von Blackberry-Geräten entschieden – wegen Sicherheitsbedenken. Also sind die Blackberrys gar nie sicher gewesen? Sind die Regierungen vom Libanon, den Arabischen Emiraten, Indien und Saudi-Arabien nur nicht in der Lage zu leisten, was unsere Geheimdienste bereits können. Irgendwie schwer vorstellbar?! Die FTD geht den Fall sachlicher an:
Blackberry-Streit wird zum Politikum:
Die spezielle Übertragungstechnik der Smartphones ist für den Hersteller RIM ein Problem.
Dem kann man sich anschließen. Die Crux an dem aktuellen Hype um die Sicherheit der Geräte ist nämlich, dass RIM nur verlieren kann. Mal sehen, was die Verhandlungen noch bringen…

