37% der Deutschen geben ihre Passwörter weiter
Das berichtet der Branchenverband BITKOM in einer Pressemitteilung. Diese Freizügigkeit gelte nicht nur für private Passwörter für ihren PC, Internet-Seiten und Co., sondern auch am Arbeitsplatz, wo jeder Dritte seine beruflichen Passwörter anderen Personen anvertraue. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des BITKOM.
„Dass die Bürger ihren Mitmenschen vertrauen, ist zwar grundsätzlich ein positives Zeichen – Passwörter sollten aber nur in Ausnahmesituationen weitergegeben werden“, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf. „In Einzelfällen kann eine zeitlich begrenzte Weitergabe des Passworts an vertrauenswürdige Personen, z.B. für Wartungsprozesse, notwendig sein. Es sollte dann jedoch zeitnah das bisherige Passwort gegen ein neues getauscht werden. Grundsätzlich empfehlen wir größtmögliche Zurückhaltung.“
Ostdeutsche seien etwas misstrauischer als Westdeutsche: 22 Prozent (Westdeutsche: 28 Prozent) geben ihre Passwörter an den Partner weiter, nur sechs Prozent an Verwandte (Westdeutsche: 10 Prozent). Auch bei der Weitergabe von beruflichen Passwörtern sind die Ostdeutschen zurückhaltender: Während jeder fünfte (19 Prozent) Westdeutsche sie Kollegen anvertraut und jeder achte dem Chef, gibt nur jeder zehnte bzw. zwölfte sie an Kollegen und den Chef weiter. Drei Viertel (75 Prozent) der Ostdeutschen vertrauen niemandem ihr Passwort an, bei den Westdeutschen sind es nur 60 Prozent.
„Viele Menschen geben ihre Passwörter weiter, weil sie befürchten, sie selbst zu vergessen – ähnlich wie den Haustürschlüssel, den man sicherheitshalber in der Nachbarschaft hinterlegt. In der digitalen Welt gibt es dafür aber bessere Alternativen“, so Kempf.
Forsa befragte in der repräsentativen Studie 1.003 zufällig ausgewählte deutschsprachige Personen ab 14 Jahren per Telefon. Bei der Frage nach beruflichen Passwörtern wurden die Nicht-Erwerbstätigen herausgefiltert, so dass sich eine neue Grundgesamtheit von 413 Personen ergab.


>„Viele Menschen geben ihre Passwörter weiter,
>weil sie befürchten, sie selbst zu vergessen
So ein Quatsch. Das weiß du selbst, Sebastian, welche identitätstiftenden “persönlichen Funktionen” dem Trivial-Passwort inhärent sind! Das o.g. sagen die Befragten vielleicht, weil ihnen nichts besseres einfällt und weil die eigentliche Wahrheit hinter derartig kognitivem Blahblah verschleiert wird. Dass die Bitkom es wider bes. Wissen nötig hat, so einen oberflächtl. Mainstream zu publizieren anstatt nach den wirklichen Ursachen zu forschen, ist eigentlich schade.
Ja, das ist die schönste Stelle in der Pressemitteilung. Ich war auch überrascht
Ich denke, dass das mit dem Haustürschlüssel ein bisschen was anderes ist. Interessant wären in diesem Zusammenhang die anderen Antwortmöglichkeiten.