web-patrol – die 110 im Internet

Verbrechen lohnt sich nichtDer Bund Deutscher Kriminalbeamter (bdk) hat die Lösung für Internetkriminalität. Web-patrol heißt das neue Projekt, dass sich selbst als 110 des Internets versteht. Ich dachte bisher die 110 des Internets wäre die selbe 110 wie die, die man wählt, wenn die Einbrecher da waren. Auf der Website heißt es:

“Im Falle des Findens von Webangeboten mit suspektem Inhalt (z.B. Kinderpornografie, radikales Gedankengut, Chatinhalte mit Ankündigungen von Suizid/Amoklauf, verbale/sexuelle Belästigung innerhalb von Chatrooms usw.) kann der User durch einfaches Anklicken eines zusätzlichen Buttons im Browser eine automatisch generierte Meldung an eine Clearing-Stelle absetzen, die sich dann um den Sachverhalt unmittelbar kümmert (Modus 24/7).

web-patrolDas hört sich doch ganz gut an und ist tatsächlich ein wenig mehr wie nur die 110 zu wählen. Im Weblog zum Projekt kann man dann lesen, dass Frau von der Leyen mit einem ähnlichem Projekt “webman” kontert. Lesen Sie mehr dazu im Beitrag. Besonders interessant: der Unterschied zwischen Permalink “unser-web-patrol-jetzt-auch-noch-webman” und der Artikelüberschrift “web-patrol – Frau von der Leyen kontert mit webman”. Da schwingt gehörig Frust mit und man hat den Eindruck es fehlt die nötige Projektkoordination.

In der Heise-Meldung hingegen hört sich das anders an: “Der Bund Deutscher Kriminalbeamter BDK spricht sich für mehr Sicherheit im Netz aus und hat der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein umsetzungsreifes Konzept vorgelegt. Das sagte BDK-Chef Klaus Jansen der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Konzept umfasst eine Aufklärungskampagne unter dem Motto “Der 8. Sinn im Netz” sowie das Online-Angebot “Web Patrol” und eine Software, mit der Übergriffe oder Verstöße im Netz gemeldet werden können. Das Konzept will Jansen am morgigen Dienstag auf dem 14. Deutschen Präventionstag in Hannover der Öffentlichkeit vorstellen.”

Intrigen oder First-Class-Marketing? Das wird bestimmt noch interessant. Schade eigentlich, bei einer an sich guten Idee. Ich bleibe dran…

Update 17.06.2009:
BSI-Chef gegen Internet-Polizei titelt heise Security. Der Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Udo Helmbrecht, hat sich demnach gegen eine internationale Cyber-Polizei ausgesprochen: “Ich will keine Internet-Polizei. Ich bin dafür, in sichere Produkte, sichere Infrastrukturen und Prävention zu investieren”, sagte Helmbrecht.

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